Das Verkehrsaufkommen im Schnellstraßennetz steigt jährlich um 5 bis 10 %. Das Wachstum selbst ist nach Autobahnen und Autobahnabschnitten unterschiedlich. Mit dem Ausbau von Einkaufszentren und mit der Ausbreitung der Ballungsgebiete ist der bedeutendste Verkehrszuwachs bei den Einfahrtstraßen zu verzeichnen.
Mit der Verkehrszunahme wird leider die Verkehrsmoral immer schlechter. Die Hauptursachen für Unfälle sind immer noch Geschwindigkeitsüberschreitungen, Verstöße gegen die Geschwindigkeits- und Sicherheitsabstandsvorschriften, sowie das unachtsame, aggressive Fahrverhalten. In den letzten Jahren haben auch die Unfälle durch Müdigkeit und Einschlafen zugenommen.
Trotz der Verkehrszunahme ist die Zahl der Unfälle mit Personenschaden auf den Autobahnen und Schnellstraßen seit der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre rückläufig. Diese Tendenz schien sich 2001-2002 zu ändern, aber 2003 gab es dann genauso viele Unfälle wie im Vorjahr, obwohl das Autobahnnetz in diesem Jahr um mehr als 60 km ausgebaut wurde.

Zwischen 2000 und 2004 ereigneten 20 % der Unfälle mit Personanschaden, 80 % der Unfälle verliefen nur mit Sachschaden. Dieses Verhältnis entspricht den Tendenzen der letzten Jahre.
Die Umstände der Autobahnunfälle unterscheiden sich wegen der Verkehrsordnung um vieles von denen auf anderen Straßen. Auf den Autobahnen sind Unfälle, die sich aus der Missachtung der Vorfahrt, oder aus der Verletzung des Überholverbots ergeben, nicht charakteristisch. Der typischste Unfall auf den Autobahnen ist das unbeabsichtigte Verlassen der Fahrbahn. In diesem Fall bricht das Fahrzeug aus irgendeinem Grund aus der Spur aus und prallt mit einem Objekt zusammen, oder fährt in die Böschung. Auslöser für diese Unfälle sind überhöhte Geschwindigkeit, Unachtsamkeit, Übermüdung, Einschlafen, eine ruckartige Lenkradbewegung. Der Zusammenstoß von Fahrzeugen erfolgt meistens bei regem Verkehr durch Auffahren.
Zur Unfallprävention, bzw. zur Minderung der Unfallfolgen wurde mit dem Ausbau von Vorrichtungen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit begonnen.
Bauliche Trennung
Zuallererst muss man die bauliche Trennung auf dem Autobahnring M0, die 2003 fertig gestellt worden ist, erwähnen. Die aus den so genannten Delta-Block- und Vario-Guard- Elementen zusammengestellte Trennung hat im Grunde genommen den Frontalzusammenstößen ein Ende gesetzt, bzw. verhindert regelwidrige Wendemanöver auf der Autobahn.

Akustische Markierungen
Im Autobahnnetz ergeben sich von Jahr zu Jahr mehr Unfälle durch Übermüdung und Einschlafen der Fahrer. Nach Untersuchung der Unfallorte können keine eindeutigen Unfallschwerpunkte festgelegt werden. Auf den Autobahnen, die durch die Állami Autópálya Kezelő Rt. verwaltet werden, werden seit 2001 so genannte akustische Markierungen eingesetzt. Wenn der Fahrzeuglenker die Spur verlässt, wird er durch die Wölbungen in der Markierung mit Rütteln und Lärm gewarnt. Nach den Belagerneuerungen werden auf jeder Autobahn die Leitlinien zwischen dem linken Straßenrand und der Standspur auf diese Weise ausgebaut.
Überprüfung der Leitplanken
In den letzten Jahren gab es immer mehr Unfälle, bei denen die Leitplanken ihrer Funktion nicht einwandfrei gerecht wurden: Sie wurden durchbrochen, und die Fahrzeuge gerieten in die Gegenfahrbahn. Um solchen Unfällen vorzubeugen, ist unsere Gesellschaft bemüht, Leitplanken zu verwenden, deren Standfestigkeit durch Aufpralltests bewiesen ist. Dieser Nachweis ist noch nicht Bestandteil der technischen Vorschriften in Ungarn.
Austausch von Verkehrsschildern
Die Verkehrssicherheit verlangt den Austausch der Verkehrsschilder alle sieben Jahre. Die im Zehnjahresplan vorgesehenen Austauschprogramme werden zyklisch weitergeführt. Entsprechend den Richtlinien der Europäischen Union haben wir damit begonnen, die bislang "grünen“ Hinweisschilder gegen die EU-weit verwendeten "blauen“ Schilder auszutauschen. Planmäßig soll der Ausbau des einheitlichen Verkehrszeichensystems bis 2008 im gesamten Netz erfolgen.
Erneuerung der Straßenbeleuchtung
Im Jahre 2000 wurde auf den bis dahin vorhandenen Strecken, 2003 auch auf der gemeinsamen Strecke der Autobahnen M1 und M7 mit der Sanierung des gesamten Straßenbeleuchtungsnetzes begonnen.
TIERUNFäLLE AUF DEN AUTOBAHNEN
Verkehr ist ein gefährlicher Betrieb, und obwohl die statistischen Daten eindeutig belegen, dass die Autobahnen den Autofahrern immer mehr Sicherheit bieten, sind die bekannten Unfallgefahrenquellen auch in diesem Fall nicht vollkommen auszuschließen. Eine solche Quelle sind Tiere, die auf die Fahrbahn gelangen. Die Autofahrer müssen leider die Tatsache akzeptieren, dass die Gefahr des Überfahrens von Tieren auch auf Autobahnen nicht vollständig ausgeschlossen werden kann.
Regelung
Gemäß den geltenden technischen Vorschriften im Straßenwesen muss bei der Autobahnplanung auf die Unterbindung des Durchgangs geachtet werden. Die Instandhaltung und Kontrolle der Straßen und des Straßenzubehörs ist im von ihr verwalteten Schnellstraßennetz Aufgabe der Állami Autópálya Kezelő zrt. Die gültige Regelung (die KHVM-Verordnung über die Regelung der Verwaltung der nationalen öffentlichen Straßen) sagt aus, dass das Schnellstraßennetz und das Zubehör täglich mindestens zweimal kontrolliert werden müssen. Die Maßnahmen zur Beseitigung der registrierten Fehler (Löcher, Schäden, fehlende Abschnitte) müssen gemäß den Rechtsvorschriften getroffen werden. Die Straßenkontrolleure der Gesellschaft führen im gesamten Netz täglich viermal Kontrollen durch und übertreffen damit die Vorschriften.

Unvermeidbare Unfallgefahr
Trotz der Schutzzäune kann jedoch die Gefahr von Unfällen infolge des Überfahrens von Tieren nicht vpllkommen ausgeschlossen werden, da diese auf zahlreiche Weise auf die Autobahn gelangen können. Bei den Auffahrten und Knotenpunkten, wo die Autofahrer die Autobahn befahren, kann kein Schutzzaun errichtet werden, sodass auch nicht vollkommen verhindert werden kann, dass Tiere hier auf die Fahrbahn gelangen. Eine ernsthafte Gefahrenquelle stellt auch die Tatsache dar, dass Autofahrer ihre nicht mehr gern gesehenen Haustiere (Hunde und Katzen) an Raststätten oder ganz einfach auf der Fahrbahn „vergessen“. Beim Verkehr im Schnellstraßennetz muss auch mit dem Auftauchen von kleineren Tieren, vor allem von Vögeln gerechnet werden, da der Zaun für diese Lebewesen kein Hindernis darstellet. Tiere, die vor ein Kraftfahrzeug geraten, verleiten den Fahrer ab einer bestimmten Größe zu plötzlichen Lenkradbewegungen, was zu schweren Unfällen führen kann. Es muss auch beachtet werden, dass Lebewesen, die sich auf die Fahrbahn verirren, in der Mehrheit der Fälle in eine Falle gehen, weil sie die Autobahn wegen der Schutzzäune nicht verlassen können. Eine effektive und rasche Lösung solcher Gefahrensituationen erweist sich trotz der koordinierten Arbeit der betroffenen Organisationen (Autobahnpolizei, Jagdgesellschaften, ÁAK zrt.) in vielen Fällen als äußerst schwierig.
Verantwortung
Wenn ein Tiere auf der Autobahn überfahren wird, ist die Klärung der Verantwortung eine der wesentlichsten Fragen. Gemäß der gültigen gesetzlichen Regelung ist es Pflicht der entlang der Autobahnen tätigen Jagdgesellschaften, zu verhindern, dass Wild aus den Jagdgebieten das Gebiet verlässt. Falls die ÁAK zrt. nachweislich rechtswidrig ihren Kontroll- und Instandhaltungsaufgaben hinsichtlich der Schutzzäune nicht nachkommt, trägt sie die Verantwortung. Für Unfälle, die durch Haustiere verursacht werden, hat der Besitzer Schadenersatz zu leisten. In solchem Fall ist es aber oft unmöglich, herauszufinden, wer der Eigentümer der ausgesetzten oder streunenden Haustiere ist.
Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit
Die Állami Autópálya Kezelő zrt. tut den technischen Anforderungen der Zeit entsprechend alles, um die Schutzzäune zu modernisieren. Aufbauend auf den Erfahrungen der derzeitigen Regelung sind die betroffenen Fachorganisationen bestrebt, hinsichtlich der Schutzzäune neue, strengere technische Vorschriften im Straßenwesen auszuarbeiten. Es ist erfreulich, dass die Autofahrer auf den Autobahnen dank einer unlängst fertig gestellten Investition über die Unfallgefahrenquellen, so auch über Tiere, die sich auf die Fahrbahn verirrt haben, informiert werden können, noch bevor sie am Ort des Geschehens ankommen. Im Schnellstraßennetz, das von der ÁAK zrt. verwaltet wird, wurden nämlich 40 Matrixtafeln mit veränderbarem Signalbild aufgestellt, mit deren Hilfe die Mitarbeiter der Gesellschaft den Autofahrern gegebenenfalls wichtige Informationen mitteilen können. Die Fahrer haben auf diese Weise die Möglichkeit, sich rascher auf sonst unerwartete Verkehrssituationen vorzubereiten.
Die ÁAK zrt. möchte die Autofahrer, die auf den Autobahnen unterwegs sind, erneut darauf hinweisen, dass trotz der strengen Sicherheitsmaßnahmen, der gründlichen, die Vorschriften oftmals weit übertreffenden, umsichtigen Arbeit der Mitarbeiter der Gesellschaft die Gefahr nicht auszuschließen ist, dass im Schnellstraßennetz Tiere auf die Fahrbahn gelangen.
Wir wünschen eine gute und unfallfreie Fahrt!